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testbericht drohne dji mavic air - macht das wirklich sinn?

Es ist bereits einige Monate her, dass ich mir die DJI Mavic Air gekauft und darüber berichtet habe. In der Zwischenzeit hatte ich Zeit die Drohne ausgiebig auf den Lofoten und in der Kalahari Wüste zu testen und damit genug Zeit, um mir eine fundierte Meinung zu bilden. Mein Fazit - ich werde die Drohne wieder verkaufen.

Wie komme ich zu dem Fazit und gilt das für jeden?

 

Ganz klar nein, es kommt sehr speziell darauf an, was ihr mit der Drohne machen möchtet. Für mich als Fotograf ist Video eine Nebensache und das Foto steht weiterhin im Vordergrund. Darüber hinaus geht es bei mir eher hoch hinaus und weit weg, im Gegensatz zu Actionaufnahmen nah an der Person.

 

bitterpan kalahari dji mavic air drohne

 

Dies sind zwei grundsätzlich verschiedene Voraussetzungen. Wer von Euch seinen Fokus auf die Fotografie legt und hoch hinaus möchte, für den ist die DJI Mavic Air meiner Ansicht nach nicht die richtige Drohne.

 

Wesentlich besser geeignet sind die DJI Mavic Pro 2 und die DJI Phantom Pro 4. Sowohl die 20 MP sind den 12 MP der Air haushoch überlegen, als auch die Reichweite und Stabilität.

 

DJI Mavic Air
DJI Mavic Air

 

Die Bildqualität der Air ist nur zufriedenstellend in der Panoramafunktion, wenn aus diversen einzelnen Bildern ein großes Panorama zusammengesetzt wird. Dies gelingt allerdings nur bei ruhigen Flugbedingungen, sehr niedrige Flughöhe oder wirkliche Windstille. Ansonsten habt ihr offensichtliche Verzerrungen im zusammengesetzten Photo.

Auch ein nachträgliches Zusammensetzen der RAW-Dateien in Lightroom oder PT-GUI macht nicht viel Spaß, da das Stitching manuell zu erfolgen hat.

 

Gerade von der Panoramafunktion bin ich wirklich enttäuscht, denn die 12 MP Kamera hat mich von Anfang an nicht überzeugt. Setzt man diese Bilder aber zu einem Panorama zusammen, so ergibt sich eine ansehnliche Bildqualität, wenn das Stitching denn passt und das ist leider zu selten der Fall.

 

kalahari dji mavic air drohne

 

Damit so ein Panorama wirklich gut wirkt braucht es eine gewissen Flughöhe, z.B. um die Weite der Kalahari, oder die Schönheit der Berge auf den Lofoten zu zeigen. Um den gewünschten Blickwinkel zu erreichen bedarf es jedoch an Reichweite.

 

Mehr als 300m Höhe und 300m Entfernung waren bei mir nie möglich, oftmals aber auch deutlich weniger und bei der beschriebenen Reichweite waren Bild- und Steueraussetzer die Regel. 

 

lofoten norway dji mavic air drohne

 

Gerade diese Kombination aus mangelnder Reichweite und instabilen Panoramaaufnahmen ist für mich das K.O. Kriterium als Fotodrohne und damit auch die klare Verkaufsentscheidung.

 

Auf den Lofoten hatte ich die Möglichkeit eine DJI Mavic Pro 2 im direkten Vergleich zu sehen und da habe ich mich wirklich geärgert. Einziger Vorteil der Air ist das geringere Packmaß auf Reisen, nicht zu vernachlässigen für mich, aber nur wenn die Leistung stimmt.

 

Die Mavic Pro 2 ist deutlich leiser, viel schneller, hat eine wirklich gute Reichweite und zumindest eine 20 MP Kamera. Der Unterschied der unbearbeiteten Panoramaaufnahmen ist eklatant.

 

Unter fotografischen Gesichtspunkten gibt es für mich als Fotografen keinen einzigen wirklichen Pluspunkt der Mavic Air!

 

kalahari dji mavic air drohne

 

Seit ihr hingegen eher auf das Thema Video fixiert und oder Fotos aus geringer Reichweite, dann kann ich die Mavic Air als Action und Fun Drohne empfehlen.

 

Das Videomaterial in 4K ist wirklich gut und in geringer Höhe und Entfernung folgt die Drohne auch gut beweglichen Objekten, wie z.B. unserem Land Cruiser. Allerdings funktioniert das nur in offenem Gelände, sobald auch nur ein Baum die Sicht kurz verdeckt ist die Followfunktion unterbrochen. Ich habe mich deshalb ausschließlich auf den manuellen Flug konzentriert.

 

bitterpan kalahari dji mavic air drohne

 

Einzelne Fotos für dokumentarische Zwecke lassen sich auch gut mit der 12 MP Kamera im HDR Modus aufnehmen.

 

Für meine erhofften Aufnahmen auf den Lofoten und der Kalahari Wüste hätte ich wesentlich mehr Reichweite und eine saubere Panoramafunktion erwartet und um ehrlich zu sein auch eine bessere Kamera, wie die der Mavic Pro 2.

 

Somit bleibt es vorerst für mich ein Ausflug in die Drohnenfotografie. Abschließend sei noch angemerkt, dass Drohnen mittlerweile an fast allen spannenden Orten verboten sind und viele Leute zu Recht nur noch genervt auf Drohnen reagieren.

 

Alles in allem also ein enttäuschendes Unterfangen für mich. Vorab hätte ich mir so eine ehrliche Meinung gewünscht, jedoch leider nicht gefunden. Es würde mich freuen, wenn mein Erfahrungsbericht dem ein oder anderen bei seiner Kaufentscheidung hilft...

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Remo (Montag, 03 Dezember 2018 17:09)

    Hallo Dennis, ich kann deinen Frust bezüglich der Bildqualität mit der Air gut verstehen. Den Hauptunterschied bezüglich Bildqualität bei der Phantom IV Pro und der Mavic 2 Pro gegenüber der Air (und anderen) macht aber der bedeutend grössere 1" Sensor aus und nicht die 20MP. Es sind sogar weniger als 20MP, da diese nur erreicht werden weil sie von DJI hochgerechnet werden. Gruss Remo

  • #2

    Dennis (Montag, 03 Dezember 2018 19:04)

    Vielen Dank für Deinen klarstellenden Kommentar Remo, auf den größeren Sensor wollte ich hinaus. Neu ist mir allerdings, dass es sich noch nicht mal um 20MP handelt. Allerdings kann ich jetzt nicht sagen, dass mir die Qualität der Panoramaaufnahmen der Mavic 2 Pro nicht gefallen hätten, für Einzelaufnahmen finde ich dies aber doch enttäuschend. Grüße Dennis