reisebericht und reiseblog - safari in südafrika mit kleinen kindern - geht das?

Safari mit Kindern in Südafrika... ist das möglich, macht das Spaß und ist das überhaupt Urlaub?

All diese Fragen haben auch wir uns nach bereits 10 Jahren Reisen im südlichen Afrika gestellt.

Natürlich haben wir uns, trotz anhaltender Pandemiezeiten und der vorab nicht zu beantwortenden Frage, ob auch alle an dieser Mehrgenerationenreise im Bush Spaß haben, für diese einmalige Reisemöglichkeit entschieden. 

reisebericht und reiseblog - safari with kids - ist das möglich?

 

Mehrgenerationenreise heisst in unserem Fall, zwei Kinder im Alter von 4 und 12 Jahren, natürlich die Eltern und die "Großeltern". Damit ist bei uns auf Reisen die Altersspanne von 4 bis Mitte fünfzig vertreten.

 

Genug der Vorrede, wo sind wir denn nun hingefahren in Südafrika und was gibt es insbesondere zu beachten beim Reisen mit kleinen und pubertierenden Kindern in Südafrika?

 

Da wir auf unseren vergangenen Reisen im südlichen Afrika schon unglaublich viel gesehen haben und diese Safari auch unser Herz höher schlagen lassen soll war schnell klar, dass eine Safari auf Teerstraßen im eigenen Auto im Kruger Nationalpark nicht unser Wunschziel ist. Dennoch ist der Kruger Nationalpark vollkommen zu recht der erste Gedanke, wenn man an Safari und Südafrika denkt.

 

Glücklicherweise haben wir in Hamburg einen guten Bekannten, der Südafrikaner ist und außerdem ein Reisebüro in Hamburg und Südafrika betreibt. Das Reisebüro heisst Finest Travel und der Inhaber heisst Pierre Pienaar.

 

Pierre hat uns erklärt, dass es überhaupt kein Problem ist, mit Kindern nach Südafrika in den Bush zu reisen, die Südafrikaner würden das andauernd machen und er selbst sei auch zum ersten Mal mit 4 Jahren im Kruger Nationalpark gewesen.

 

 

Bisher sind wir immer davon ausgegangen, dass eine Safari in den Private Game Reserves, der sogenannten Greater Kruger Region, erst ab 12 Jahren möglich ist. Wie selbstverständlich habe ich angenommen, dass die Altersbeschränkung aufgrund von Sicherheitsstandards eingeführt worden ist. Eine Fußsafari darf man schließlich auch erst ab 12 Jahren machen.

 

Wie ich von Pierre gelernt habe ist dies ein  Trugschluss. Natürlich kann jeder in seinem eigenen Auto im Kruger Nationalpark mit Kindern in jedem Alter auf den Teerstraßen auf Safari gehen.

 

In den Private Game Reserves ist es aber auch möglich, in einem vollständig offenen Game Drive Vehicle mit Kindern jeglichen Alters auf Safari zu gehen. Die Südafrikaner nutzen diese Möglichkeit sehr gern für sich selbst und ihre Kinder, wenn sie Kontakte zu den Eigentümern haben oder sie mieten sich ein kleines Camp vollständig für sich selbst, doch dazu später mehr.

 

Das Mindestalter von 12 Jahren basiert also nicht auf einem Sicherheitsstandard, sondern wird vielmehr von vielen Lodges verlangt, um zahlungskräftige internationale Gäste nicht abzuschrecken mit Kinderlärm in der Lodge oder auf dem Safarifahrzeug. Es ist nachvollziehbar nicht so gern gesehen, ein quengelndes und eventuell ängstliches Kind auf dem Safariwagen zu haben, welches die Tierbeobachtungen für andere Gäste einschränkt.

 

Auch mir ist das bereits auf Safari in Südafrika passiert, das Kind war 12 Jahre alt und die Eltern ein wenig overprotective. Unser armer Guide ist zu unserer Begeisterung offroad einem Leopard gefolgt. Am kommenden Morgen war unser Guide ausgetauscht und von da an fuhr das Safarifahrzeug nur noch auf festen Wegen, die Eltern hatten sich beschwert.

 

Umlani Bushcamp Timbavati Game Reserve Südafrika
Umlani Bushcamp Timbavati Game Reserve Südafrika

wie finde ich das passende Reservat und die passende lodge?

 

Beim Reisen mit Kindern ist es also essentiell, die richtigen Lodges zu kennen, die Lodges die auf Kinder eingestellt sind, die Kinder lieben, wo Gleichgesinnte sich treffen und möglichst viel Toleranz herrscht.

 

Zu unserer Begeisterung hat uns Pierre zwei Lodges in der Greater Kruger Region vorgeschlagen. Hierbei handelt es sich um die im Westen an den Kruger Nationalpark angrenzende private Game Reserves. Das besondere an diesen Game Reserves ist, dass Sie sich entschlossen haben, ihre Grenzen zum Kruger Nationalpark zu öffnen und den auf ihrem Land und im Kruger lebenden Tieren die Möglichkeit zu geben, sich vollkommen frei zu bewegen.

 

Das ist natürlich hervorragend für die Tiere, aber insbesondere auch für die Gäste der Lodges, denn welches private Game Reserve kann schon mit einem Rudel Wildhunde oder großen Elefanten- und Büffelherden auftrumpfen. All diese Tiere leben im Kruger in großen Zahlen und sind ständig auf Wanderschaft, um ihren Nahrungsbedarf decken zu können.

 

Der Clou ist jedoch, dass es sich weiterhin um private Game Reserves handelt, die auf ihrem eigenen Grund und Boden natürlich Handlungsfreiheit besitzen und mit ihren Gästen deshalb offroad durch den Bush fahren dürfen, um ein Tier zu verfolgen. Dies ist in fast keinem Nationalpark im südlichen Afrika möglich, es gilt die strikte Wegepflicht. Habt ihr also ein Tier nahe des Weges gespottet und es verschwindet im Bush, dann ist die Tierbeobachtung vorbei, während sie in den private Game Reserves vielleicht erst beginnt. 

 

Das ist für uns natürlich, und insbesondere für mich als Wildlifephotographer, ein Traum.

 

Kruger Nationalpark Timbavati & Thornybush South Africa
Kruger Nationalpark Timbavati & Thornybush South Africa
Kruger Nationalpark Timbavati South Africa
Kruger Nationalpark Timbavati South Africa

 

Kurzerhand hat Pierre uns einige Lodges in dieser Region aus der Kategorie nice und bezahlbar vorgeschlagen und wir haben uns für das Umlani Bushcamp in Timbavati und das N'Kelenga Tented Bushcamp in Thornybush für jeweils 4 Tage entschieden.

 

welche reisevorbereitungen sind empfehlenswert?

 

Im Anschluss an die Reisevorfreude stellen sich die klassischen Fragen wie z.B. was ist zu beachten im südlichen Afrika und was packe ich ein auf Safari? Es stellen sich aber auch Fragen, die für uns neu sind. Was ist zu beachten auf einer Safari mit kleinen Kindern?

 

Im "safari with kids VLOG" habe ich versucht auf diese Fragen dezidiert einzugehen. Hier möchte ich nur die dringlichsten Fragen beantworten. Zuerst stellen sich medizinische Fragen, wie z.B. der Impfstatus und besondere Impfungen für Kinder.

 

Diese Fragen sollten frühzeitig mit dem behandelnden Kinderarzt besprochen werden, der all diese Informationen vorliegen hat. Mit meinem "nicht medizinischen" Wissen sind mir keine zusätzlichen Impfungen für Kinder bekannt und auch weiterhin keine nur für eine Südafrikareise notwendigen Impfungen, eine Gelbfieberimpfung ist medizinisch nicht notwendig.

 

Als nächstes stellt sich die Frage besonderer Krankheiten und deren Prophylaxemöglichkeiten und hier insbesondere die Frage nach Malaria. Die Kruger Region in Südafrika ist auch Malariagebiet laut dem medizinischen Tropenatlas. In den trockenen Perioden im Sommer und Winter gibt es weniger Mücken, als im Frühling und Herbst (Achtung auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten vertauscht).

 

Auch hier gilt es die für einen selbst beste Vorgehensweise mit dem Kinderarzt abzusprechen und oder einen Termin im Tropeninstitut zu vereinbaren. Wir persönlich nehmen in den Malariaregionen unserer Afrikareisen immer Malarone und vertrauen nicht auf die stand-by Lösung. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es Malarone Kids, es handelt sich um das identische Präparat mit angepasster Dosis. Alle Reisenden haben sich für die prophylaktische Einnahme von Malarome entscheiden.

 

Nachdem die dringenden Fragen vorab geklärt sind, kann es endlich losgehen. Wir haben uns erneut für einen Flug mit Lufthansa in das südliche Afrika entscheiden. Dieses Mal geht es zuerst von Frankfurt nach Johannesburg. Seit Beginn der Pandemiezeit sind wir bzgl. unserer Flüge nach Afrika vollständig auf Lufthansa umgestiegen. Lufthansa bietet sehr stabile Flugrouten in das südliche Afrika. Wenn andere Airlines schon lange den Betrieb eingestellt haben fliegt Lufthansa immer noch. Meines Wissens hat Lufthansa seit Bekanntwerden der Omikronvariante seinen Flugbetrieb nach Südafrika überhaupt nicht unterbrochen. Dazu haben wir mit Lufthansa auch bereits gute Erfahrungen auf unserer Sambiareise unter COVID-Bedingungen gemacht.

 

Bei dem 10.5 Stunden dauernden Flug handelt es sich um einen Nachtflug und damit besteht Hoffnung, dass die Kinder schlafen und auch die Eltern etwas Ruhe finden können. Nach der Landung am Morgen in Johannesburg verbleibt etwas Zeit bis zum Anschlussflug um die Mittagszeit nach Hoedspruit, dem Flughafen direkt vor den Toren des Kruger National Parks und vieler private Game Reserves.

 

Da es sich um einen nationalen Flug von Johannesburg nach Hoedspruit handelt, kann das Gepäck nicht bereits in Deutschland bis nach Hoedspruit durchgecheckt werden. In Südafrika müssen alle ankommenden Passagiere mit einem nationalen Weiterflug ihr Gepäck abholen und erneut aufgeben. Der gesamte Zollcheck wird für Südafrika quasi zentral in Johannesburg vorgenommen. Das Prozedere ist relativ problemlos, jedoch gestaltet sich das Finden des richtigen Gepäckaufgabeschalters immer wieder als Herausforderung. Zusätzlich ist zu beachten, dass das max. Gepäckgewicht für  Flüge nach Hoedspruit 21 kg beträgt. In der Abflughalle gibt es mehrere gute Bistros die alles anbieten, was der hungrige Kindermagen begehrt, natürlich südafrikanisch gut.

 

Nach einem entspannten einstündigen Flug landen wir gegen 14 Uhr auf dem open air Airport Hoedspruit. Unser Fahrer Mike wartet bereits auf uns und bringt uns im Minibus in das nahegelegene Timbavati Game Reserve bis in das 30 Minuten entfernte Umlani Bushcamp. 

 

Umlani Bushcamp Timbavati

 

Kaum sind wir gegen 15 Uhr im Umlani Bushcamp angekommen, gibt es auch schon etwas zu Essen. Hier in Umlani ist alles inklusive, drei Mahlzeiten am Tag, alle Getränke und natürlich die Verpflegung zum Sundowner auf dem Safariwagen.

 

Umlani ist ein echtes Bushcamp und liegt direkt an einem ausgetrockneten Flussbett ohne Umzäunung, d.h. alle Tiere können durch das Camp ziehen und das passiert hin und wieder auch, uns besucht ein Leopard in der näheren Umgebung. Die Managerin Michaela gehört zur Familie der Eigentümer und ist sehr um das Wohl ihrer Gäste besorgt. Sie kümmert sich liebevoll um die kleinen Gäste, liest ihnen jeden Wunsch von den Augen ab und baut auch temporäre Nachtlager für die kleinen im Restaurant, wenn die Eltern doch noch etwas länger bleiben möchten und die Kinder noch nicht allein in den Hütten bleiben können oder möchten.

 

Das Bushcamp ist rustikal und zweckmäßig eingerichtet. Es gibt alles was notwendig ist, ein gutes Bett, eine funktionierende Toilette, eine heisse Dusche und ein angenehmes Dach über dem Kopf. Weiterer Luxus wird hier vergebens gesucht und genau das lieben wir!

 

Zusätzlich gibt es einen Pool, einen Shop, einen Bar- und Lounge-Bereich mit Terrasse, wo am Nachmittag mit den Kindern gespielt wird und ein offenes Restaurant mit Feuerstelle.

 

Hier im Bush wird Gastfreundschaft groß geschrieben. Alle Gäste sitzen beim guten Essen gemeinsam an einem oder zwei Tischen, vorher und nachher gibt es Geschichten und guten südafrikanischen Wein am Lagerfeuer - besser kann es für mich nicht werden.

 

 

Auf unserem eigenen Safariwagen finden wir uns bereits um 16 Uhr direkt nach unserer Ankunft wieder. Einer der Vorteile in einer größeren Gruppe zu reisen. Unser Guide Elvis begrüßt uns afrikanisch zurückhaltend mit seinem Tracker Clarence. Nach einer kurzen Einweisung geht es los. Die Eltern schauen etwas nichtglaubend besorgt. Hat Elvis gerade etwas von Offroadverfolgung im Bush gesagt? Ich halte den Mund und lass es auf mich zukommen.

 

Eine knappe Stunde später stehen wir mitten im Bush neben zwei Löwen die ein Gnu gerissen haben. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber Elvis macht wirklich keinen Unterschied zwischen einer Safari mit und ohne Kinder, beobachtet alle Reaktionen im Stillen aber sehr genau. Der Lüdde und der Große sind vorsichtig, dennoch interessiert und keinesfalls verängstigt, es könnte nicht besser laufen.

 



 

Die folgenden Tage vergehen wie im Flug und wir haben  unheimlich viel Spaß zusammen. Die Guides lieben die Kinder, machen Spaß mit ihnen, lassen sie am Steuer des LandCruisers sitzen, ihr Fernglas und Funkgerät benutzen sowie auf dem Tracker Sitz mit der Nachtlampe spielen  und erklären ihnen nebenbei auch noch die Geheimnisse im Bush.

 

Hier und da kommt auf den Safarifahrten etwas Langeweile bei dem Kleinen auf, aber nur wenn es für längere Zeit keine Tiere zu sehen gibt. Aus diesem Grund gehen wir dazu über, neben der essentiellen Versorgung mit Abendbrot - so ein Game Drive kann auch schon mal bis 19:30 dauern - diverse Bücher mit auf den Game Drive zu nehmen. Meistens schläft der Lüdde zum Sonnenuntergang im Auto ein und wacht erst zum wake-up call um 5 Uhr wieder auf.

 

Während der "Entspannungsphasen" zwischen den Game Drives sind neben Büchern insbesondere Kartenspiele sehr begehrt gegen Langeweile und schlechte Laune. Der Große kämpft mit den Fakten im Bush, hier ist man offline. Ein Leben ohne Internet scheint ihm möglich, aber selbst an diesem Ort nicht erstrebenswert - dennoch eine wichtige Erfahrung für ihn.

 

In Umlani sind Kinder gern und oft gesehene Gäste. Wir haben Glück und sind in der südafrikanischen Ferienzeit im Bush. Michaela die Managerin hat ihre Familie in ihr Haus im Bushcamp eingeladen und so ergibt sich die ein oder andere Spielmöglichkeit.

 

Der Bush meint es gut mit uns und so sehen wir diverse Löwen mit Babies, finden uns wieder auf Leopardenverfolgungsjagd im Bush, meiner absoluten Lieblingsbeschäftigung, begegnen Elefanten und sogar Wildhunden, die gerade aus dem Kruger nach Timbavati gekommen sind. Eine Safari, die keine Wünsche offen lässt. Natürlich erhöhen 4 volle Tage Safari die Wahrscheinlichkeit Tiere zu sehen.

 

Schweren Herzens nehmen wir nach 4 Tagen Abschied voneinander. Während die Begrüßung noch afrikanisch vorsichtig war nehmen Michaela, Elvis und Clarence jetzt umso herzlicher Abschied, eine der Geschichten, wie sie im Bush passieren.

 

Umlani Bushcamp Timbavati Game Reserve Südafrika
Umlani Bushcamp Timbavati Game Reserve Südafrika

N'kelenga Tented Bushcamp Thornybush

 

Der Lodgewechsel in das N'kelenga Tented Bushcamp in das an Timbavati angrenzende Thornybush Game Reserve ist ein Glücksspiel und Probeballon für uns, denn es handelt sich um ein Camp ganz für unsere Gruppe allein. Das Camp beseht aus drei Safarizelten mit Bad für jeweils zwei Personen und einem Haupthaus mit Schlafzimmer sowie einer Empore mit Betten für die Kinder. Insgesamt bietet das Camp 8 volle Schlafplätze in Doppelbetten und 4 einzelnen Betten auf der Empore.

 

Im Gegensatz zur Vollverpflegung in Umlani handelt es sich bei N'kelenga um ein Selbstverpflegungscamp, d.h. wir müssen selbst kochen und auch selbst alles einkaufen und mitbringen.

 

So kommt es, dass Mike unser Shuttlefahrer einen Zwischenstop in Hoedspruit beim Pick n Pay Supermarkt einlegt und wir in zwei großen Einkaufswagen alles einkaufen, was wir für die 4 Tage im Camp ge- und verbrauchen können. Lokale Lebensmittel sind in Südafrika deutlich günstiger als bei uns, insbesondere Fleisch, Obst, Gemüse und Wein. Importierte Produkte können deutlich teurer sein. Nach ca. einer Stunde haben wir den gesamten Einkauf erledigt und finden uns bereits eine gute halbe Stunde später in unserem neuen Camp wieder.

 

Das Camp ist wunderschön direkt an einem großen Damm gelegen, an den zahlreiche Tiere zum Trinken kommen. Dabei ist es sich von einem Elektrozaun umgeben, so dass sich alle frei und sicher bewegen können, wenn sie denn Schuhe anhaben.

Das mit den Schuhen ist so ein Problem. Die Gefahr geht absolut nicht von den großen Tieren aus hier in Afrika, sondern vielmehr von den kleinen Tieren. Ich mache mir Sorgen, dass die Kinder auf einen Scorpion treten, einer Schlange zu nahe kommen oder irgendein anderes Insekt sie unter dem Fuß sticht. Ja, das halte ich für das größte Risiko hier im Bush, glücklicherweise passiert niemandem etwas, denn Schuhe können sie bis heute nur bedingt anziehen.

 

Das Camp ist von mehreren Gelbrinden Akazien (Fever Trees) umgeben und heisst deshalb N'kelenga, der Name für Fever Tree im lokalen Dialekt. Auf der großen Rasenfläche befindet sich auch ein Pool, sehr zur Freude der Kinder und damit natürlich zur Freude aller.

 

Sehr zu unserer Freude wollen alle Reisenden in einem Safarizelt und nicht im gemauerten Haupthaus schlafen. Wir haben uns extra für ein Camp mit gemauertem Haus entscheiden, um das Sicherheitsgefühl etwas zu erhöhen. Anscheinend haben alle den Bush lieben gelernt und so schlafen die beiden Jungs entspannt in einem Zelt und die Eltern in einem weiteren Zelt nebenan.

 

 

So ein Self Catering Camp ist deutlich günstiger als eine Lodge, natürlich aufgrund des Essens, aber auch insbesondere, da sich fast keine Angestellten um uns kümmern müssen. Darüber hinaus werden diese Camps auf dem internationalen Markt überhaupt nicht angeboten und ausschließlich von Südafrikanern gebucht, die wiederum ein anderes Preisniveau gewöhnt sind. So erfahre ich später auch von unserem Tracker Johannes, dass wir die ersten internationalen Gäste in diesem Camp sind.

 

Natürlich geht es auch in diesem Camp jeden Morgen und Nachmittag auf Safari, zum Camp gehört ein Game Drive Vehicle, welches von der nahegelegenen Thornybush Luxus Lodge zur Verfügung gestellt wird. Dementsprechend neu ist das Fahrzeug und dementsprechend professionell sind unser Guide Kilmon und unser Tracker Johannes.

 

Johannes wohnt mit Marie unserer guten Fee hinter unserem Camp. Wir müssen nämlich doch nicht alles selbst machen. So gibt es jeden Morgen Kaffee, das Geschirr wird gespült, der Tisch wird gedeckt und das Feuer entzündet. Einzig und allein das Kochen bleibt bei uns. Da es in Südafrika jeden Abend Braai (Grillen) gibt und das Frühstück englisch aus Toast, Eiern und Tomaten besteht, hält sich der Aufwand in Grenzen.

 

Das Camp ist schön und zweckmäßig ausgestattet, bietet eine einzigartige Privatsphäre und viel Platz. Darüber hinaus existiert nur die Natur und Stille als Luxus um uns herum.

 



 

Der Bush in Thornybush ist deutlich dichter als in Timbavati. Das liegt hauptsächlich daran, dass die großen Elefantenherden aus dem Kruger ihren Weg noch nicht nach Thornybush gefunden haben. Zuerst war ich etwas skeptisch, ob dies eine gute Entscheidung gewesen ist und ob unser Guide Kilmon und unser Tracker Johannes in den kommenden 4 Tagen das notwendige Safariglück haben werden.

 

Meine Bedenken sind vollkommen unnötig, schon auf dem ersten Game Drive bekommen wir die große Show geboten und das Glück ist uns auch in den kommenden Tagen hold. Wir finden und folgen mehrfach Leoparden und Löwen durch den Bush, darüber hinaus ist Thornybush ein Paradies für Hyänen. Es gibt eine besondere große und gesunde Population, sodass sie auch am Tag gut zu beobachten sind.

 

Zu meiner Begeisterung dürfen wir mehrfach Bushstories über mehrere Tage erleben, Momente die selten sind und die besonders den Kindern einen tieferen Eindruck über den Bush vermitteln. Wir verfolgen Geschichten vom Kill mehrerer Löwen über die im Umkreis lauernden Hyänen und Geier, bis die Hyänen es erstmals an den Kadaver schaffen, von den Löwen erneut verscheucht werden, bis diese letztendlich das Interesse verlieren. Im zweiten Akt streiten dann Hyänen, Schakale und Geier um die Reste, die Hyänen sind klar im Vorteil, die Geier aber in der Überzahl und die Schakale sind dreist und schnell. Letztendlich bleibt absolut nichts im Bush unverwertet, eine wichtige Lektion für die Kids.

 

Nkelenga Self Catering Tented Camp Thornybush Südafrika
Nkelenga Self Catering Tented Camp Thornybush Südafrika

 

Die vier Tage fliegen nur so an mir vorbei. Ob es die Offroad Action im Bush ist, oder die abendlich nur knapp 5 Meter neben uns stehenden Elefanten an unserem Wasserloch. N'kelenga ist ein ganz besonderer Ort für Familien oder Freundesgruppen. Ich werde diese vier Tage in ganz besonderer Erinnerung behalten.

 

Am kommenden Tag heisst es für uns Abschied zu nehmen. Wir fliegen von Hoedspruit in das drei Stunden entfernte Kapstadt. Eine weitere faszinierende Destination in Südafrika, ein absolutes Highlight, und eine gute Ergänzung zu einer Safari.

 

fazit

 

Würde ich die Safari mit kids erneut machen und auch wieder in die Greater Kruger Region? Meine ganz klare Antwort ist ja und sofort.

Nirgendwo in Afrika ist Safari so einfach wie in Südafrika. Per bequemem Nachtflug, die Kinder schlafen, fliegt ihr nach Johannesburg und seid nach einem kurzen Weiterflug und Transferfahrt bereits mitten im Bush. Euer Flieger startet am Abend in Deutschland und am nächsten Tag seit Ihr bereits zur Nachmittagssafari im Bush. Hierbei handelt es sich um den "echten" Bush, es gibt keine Teerstraßen, ihr sitzt auf einem offenen Geländewagen und verfolgt offroad z.B. die Leoparden im Bush. Das Ganze gibt es zu einem Safari Preis- Leistungsverhältnis, welches unschlagbar ist.

 

Natürlich könnt Ihr mit Kindern überall in Afrika auf Safari gehen, das ist dann aus meiner Sicht eher etwas für Fortgeschrittene und nicht für Erstreisende. Es ist definitiv nirgendwo so einfach wie in Südafrika mit Kindern auf Safari zu gehen. Nebenbei sei angemerkt, dass sich eine Safari auch hervorragend für die Verlobung zum Sundowner eignet, ein garantiert unvergessliches Ereignis.

 

Träumt Ihr von einer solchen Reise, dann lasst es Realität werden, es ist wirklich einfach und wunderschön. Pierre von Finest Travel hilft Euch gern bei weiteren Fragen. Wie immer habe ich nichts davon, außer dass wieder ein paar mehr der Safari Bug befallen hat, mehr Touristen den Menschen Arbeit und Lohn geben und somit auch die Wildreservate und Tiere geschützt werden.

 

Wir sind mit der Reise und dem gesamten Buchungsprozess rundum zufrieden und würden die Reise jederzeit wieder so buchen. Falls ihr Kontakt zu Pierre aufnehmt bestellt ihm bitte schöne Grüße von Dennis...

 

Ihr seit auf der Suche nach einem Fine Art Wildlife oder Faces Foto für Eure eigenen vier Wände, dann werdet Ihr bestimmt in meinem Shop fündig.

 




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Kommentare: 1
  • #1

    Chris (Samstag, 28 Mai 2022 07:50)

    Kleine Anmerkung zum schönen Reisebericht:

    Ja, im Kruger gibt es Teerstraßen, als Verbindung der einzelnen Restcamps. Aber es gibt auch unzählige Gravelroads, auf den man je nach Region und Reisezeit stundenlang kein anderes Fahrzeug sieht :)